Man lernt nie aus. Dieser Satz mag wie eine Floskel klingen, aber in der Fotografie ist er die reine Wahrheit. Gerade wenn man, wie ich, die Fotografie liebt und lebt, sucht man immer nach neuen Impulsen, um den eigenen Blick zu schärfen. Im Frühjahr 2024 hatte ich die großartige Gelegenheit, genau so einen Impuls zu bekommen – und zwar von keinem Geringeren als dem niederländischen Starfotografen Maarten Corbijn, besser bekannt als Corbino.
In der Fotoakademie Köln habe ich an seinem Workshop „Die Kunst des Porträtierens“ teilgenommen. Ein Wochenende voller Inspiration, harter Kontraste und dem unbedingten Willen, den Menschen vor der Kamera wirklich zu sehen.
Wer sich mit ausdrucksstarker Porträtfotografie beschäftigt, kommt an Corbino (www.corbino.nl) kaum vorbei. Seine Bilder sind meist schwarz-weiß, oft rau, immer ehrlich. Er ist ein Meister darin, alles Unnötige wegzulassen („Konzentration auf das Wesentliche“) und mit Licht und Schatten so zu spielen, dass der Charakter des Porträtierten fast greifbar wird.
Was mich an seiner Arbeit besonders fasziniert, ist seine Philosophie: Eine extrem akribische Vorbereitung trifft auf absolute Spontanität im Moment des Auslösens. Genau diese Mischung aus Kontrolle und „Loslassen“ wollte ich mir abschauen.
Im Workshop ging es nicht primär um Technik – auch wenn wir natürlich über Lichtsetzung gesprochen haben. Es ging um Haltung. Corbino hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich das Model wohlfühlt, aber dennoch die Führung zu behalten.
Ein Schlüsselsatz, der hängen geblieben ist: Man muss streng sein. Nicht unbedingt zum Model, aber zu sich selbst und bei der Bildauswahl. Ein gutes Porträt entsteht oft in dem Bruchteil einer Sekunde, in dem die Maske fällt. Diesen Moment nicht nur zu erkennen, sondern auch technisch perfekt einzufangen, ist die hohe Kunst.
Der spannendste Teil war natürlich die Praxis. Wir hatten die Aufgabe, einen der Teilnehmer zu porträtieren, und Andreas hatte sich dafür zur Verfügung gestellt.
Im Vorfeld des Shootings haben Andreas und ich uns zusammengesetzt, um mehr über den Anderen zu erfahren und uns dadurch auf das Porträt-Shooting am nächsten Vormittag vorzubereiten. Da Andreas ein fröhlicher und lustiger Typ ist, habe ich mich dazu entschlossen, diesen Aspekt mit Ansteckblume und Lolli in das Shooting zu integrieren.
Am nächsten Vormittag nutzten wir für das Shooting das Parkhaus im Mediapark in Köln und ich habe mich bewusst auf die „Corbino-Art“ eingelassen: Mut zu tiefen Schatten und den Fokus voll und ganz auf den Ausdruck zu legen.
Das gesamte Workshop-Wochenende in der Fotoakademie Köln war für mich sehr inspirierend. Ich konnte viele neue Eindrücke sammeln und mit nach Hause nehmen.
Es war extrem spannend, Corbino live in Aktion zu sehen – er hat eine ganz eigene Handschrift und Herangehensweise. Auch wenn sein sehr spezieller, oft rauer Stil nicht mein eigener ist, war es eine lohnende Erfahrung. Der Workshop hat mir ganz spezielle Sichtweisen eröffnet, die meinen Horizont erweitert haben. Diese neuen Impulse werden sicher hier und da als feine Nuancen in meine zukünftige Arbeit einfließen.
Eine Sache, die ich auf jeden Fall mitgenommen habe: weniger ist oftmals mehr.
Links:
Corbino: https://www.corbino.nl/
Fotoakademie Köln: https://fotoakademie-koeln.de/
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